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Brot backen in der Schwarzen Mühle

Das grosse Backen kann losgehen
Das grosse Backen kann losgehen

Würde man mich fragen, wie ein Bäckermeister sein muss, würde ich wohl ihn beschreiben: unseren Kursleiter. Ein Brotsommelier, so wie er im Buche steht. Etwas wortkarg, aber wenn es um das Brot und seinen Backofen geht, wird er gesprächig. Unkompliziert und verbindlich - sollte man durch zahlreiche Strassensperrungen aufgehalten, nicht ganz pünktlich in der kleinen aber voll ausgerüsteten Backstube stehen, bringt ihn das nicht aus der Ruhe. Kinder für das Handwerk zu begeistern schafft er; die etwas zögerlichen sind schnell aus der Reserve gelockt, indem er sie in jede Tätigkeit einbindet -  jeder muss mal ran, da gibt es keine Ausnahme. Und alle sind nach kurzer Zeit voll dabei, beim Vorbereiten, beim Teig kneten, sogar zum Holz holen lassen sich die Kids schnell begeistern.

 

Nachdem der Brotteig komponiert, gut gemischt, zärtlich geknetet,  hoffnungsvoll in die Backform gefüllt, und beim Aufgehen lebendig geworden ist, beginnt ein hochpräzieser Backprozess im holzbefeuerten Backofen bei 300 Grad.

 

Nun ist der Bäckermeister gefragt und die Backamateure haben ca. 50 min Zeit, sich den Hof anzusehen oder eine Portion dieser unglaublich gut schmeckenden Buttermilchplinsen mit Apfelmus in der Bauernstube zu geniessen. Ich muss sagen, ich habe selten so gute Buttermilchplinsen gegessen. Erstaunlicherweise wurde mir das Geheimrezept freiwillig und auch freundlich verraten. Ich denke, ich werde es einmal ausprobieren und werde hier davon berichten ... Und wer es ebenfalls erfahren will, sollte der Mühle wohl einen Besuch abstatten.

 

Mystische Details in der Schwarzen Mühle
Mystische Details in der Schwarzen Mühle

Die Geschichte um Krabat und die schwarze Mühle ist nicht unbedingt eine herzige Kindergeschichte. Mit der wohl bekanntesten Sagenfigur der Lausitz verschmelzen Mythos und Wahrheit: Der junge Krabat folgt dem Ruf des Müllers zur Schwarzen Mühle nach Schwarzkollm. Gemeinsam mit 11 anderen jungen Burschen erlernt er das Müllerhandwerk, aber auch die Kunst der schwarzen Magie. Der schwarze Müller opfert jedoch jedes Jahr einen seiner Lehrlinge, um selbst sein Leben um ein Jahr zu verlängern. Mit der Kraft der Liebe und einer List gelingt es Krabat, diesen dunklen Kreislauf zu durchbrechen, seinen bösen Lehrmeister zu besiegen und fortan Gutes für die Lausitz und die Sorben zu vollbringen.

 

Die Krabatmühle in Schwarzkollm, ein liebevoll aufgebauter Mühlehof vermittelt regionales Handwerkskunst und sorbisches Brauchtum.

Die Sagenfigur Krabat ist aus den Büchern von Otfried Preußler und Jurij Brězan weit über Deutschland hinaus bekannt. Insbesondere nach der Wendezeit kamen viele Besucher aus den alten Bundesländern nach Schwarzkollm um auf Krabat's Spuren die sagenumwobene "Schwarze Mühle" zu entdecken. Zum damaligen Zeitpunkt gab es im Koselbruch aber nur eine alte Scheune, die nichts von der Geschichte Krabats erahnen ließ. Inspiriert von den Gästen und dank der freireisenden Wandergesellen begann im Juni 2006 die einmalige Baugeschichte der einst in Flammen aufgegangenen Schwarzen Mühlen im Koselbruch von Schwarzkollm. 2005 wurde ein Verein gegründet, um das Kulturgut "Krabat", den sorbischen Faust, erlebbar zu machen.

 Mithilfe von 100ten von freireisenden Wandergesellen wurde die Vision Wirklichkeit: der Aufbau der Schwarzen Mühle in Schwarzkollm. Mittlerweile umfasst das Areal weitere Gebäude neben der Mühle, wie das Backhaus, das Haus des Müllers, die Bauerstube, das alte Torhaus, das Gesindehaus, das Besucherzentrum und die Scheune.

 

Für einen Euro kann man übrigens das historische Mahlwerk zum Laufen bringen - eine super Idee und sehr anschaulich.

Fans des Films Krabat vom Regisseur Marco Kreuzpainter (2008) finden in der Schwarzen Mühle die orginalen Requisiten. Die Krabatmühle ist ein gutes Schlecht-Wetter-Programm, allerdings kann man bei schönenm Wetter auch den Krabat-Erlebnispfad gehen.

 

Der freundliche Bäckermeister erwischt uns in der Bauerstube beim Verspeisen der letzten Plinsen-Happen und verkündet, dass wir unsere Brotlaibe einpacken und mit nach Hause nehmen können. Aufgeregt und stolz nehmen wir sie mit und verbringen die Autofahrt mit frischem Brotduft in der Nase. Einen Laib haben wir übrigens am gleichen Abend verdrückt - es schmeckte fantastisch!


STECKBRIEF
Adresse: Koselbruch 22, 02977 Hoyerswerda OT Schwarzkollm

Entfernung/Fahrzeit: 55 km, 45 min (Auto)
Parkmöglichkeit: direkt gegenüber
Barrierefrei: ja (ausser Museum)
Zeitbedarf: Besichtigung Mühle & Museum ca. 1 h, Brotbackkurs ca. 3 h (lässt sich zusammenlegen, wenn man die Backzeit für die Besichtigung nutzt)
Öffnungszeit: unterschiedlich je Angebot, am besten online informieren

Preise: kostenlos für Mühle & Museum, Brotbackkurs 7.50 EUR/Person (Brot inklusive)
Sonstiges: Schürze zum Brotbackkurs mitbringen, sonst muss man zur Plastikschürze greifen, viele tolle Veranstaltungen, Ferienprogramme und Führungen - unbedingt online informieren!

Link: www.krabat-muehle.de


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